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Wie lebt der Biber, was tut er...?

  • Seine Verbreitung

Zum Beginn des 20. Jahrhunderts stand der Biber weltweit kurz vor seiner Ausrottung. Vor allem sein Fell, Fleisch und Bibergeil (ein öliges Sekret) waren bei den Menschen sehr begehrt.
Somit war es nicht verwunderlich, dass der Biber bis auf vier kleine Restpopulationen (an den Flüssen Rhône, Elbe, Dnjepr sowie in Südnorwegen) ausgestorben war.
Um den Biber vor seiner vollständigen Ausrottung zu bewahren, begannen Anfang des 20. Jahrhunderts umfangreiche Schutzmaßnahmen und großangelegte Umsiedlungs- und Wiedereinbürgerungsaktionen in Skandinavien, den USA, Kanada und der damaligen Sowjetunion.
Was Deutschland anbetrifft, so wurden in Bayern die ersten Biber 1966 bei Neustadt/Donau ausgesetzt. Mittlerweile leben in der gesamten Region 2000 - 2500 Biber in ca. 550 Revieren.

  • Sein Kennzeichen

Biber sind nach dem Südamerikanischen Wasserschwein die zweitgrößten Nagetiere der Erde. So erreicht der Europäische Biber eine Körperlänge von bis zu 1,3 m, wovon auf den abgeflachten, beschuppten Schwanz, die sogenannte Biberkelle, bis zu 30 Zentimeter entfallen können.

Das Gewicht beträgt bei ausgewachsenen Tieren um die 30 Kilogramm. Neben der Körpergröße stellt der flache Schwanz das beste Unterscheidungsmerkmal zu dem ähnlich aussehenden Sumpfbiber und Bisam dar.

  • Seine Lebensweise

Biber leben in Einehe. Das Revier einer Biberfamilie, die aus dem Elternpaar und zwei Generationen von Jungtieren besteht, umfasst je nach der Qualität des Biotops 1 bis 3 Kilometer Fließgewässerstrecke. Die Reviergrenzen werden mit dem sogenannten Bibergeil, einem öligen Sekret aus einer Drüse im Afterbereich, markiert und gegen Eindringlinge verteidigt.

  • Seine Fortpflanzung

Nach erfolgreicher Paarungszeit von Januar bis März bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von 105 Tagen zumeist zwei bis drei behaarte Junge zur Welt, die von Geburt an sehen können. Die jungen Biber werden bis zu zwei Monate lang von ihrer Mutter gesäugt und erlangen in der Regel nach drei Jahren die Geschlechtsreife. In dieser Zeit werden sie von den Eltern aus dem Revier vertrieben und können dann über 100 Kilometer weit wandern. Nun suchen sie sich einen Partner und gründen selbst ein Revier. Das Durchschnittsalter eines Bibers liegt bei 10 Jahren und kann in Ausnahmefällen gar bis zu 25 Jahren betragen.

  • Seine Nahrung

Als reine Pflanzenfresser müssen sich Biber je nach Jahreszeit dem unterschiedlichen Nahrungsangebot anpassen: Im Sommerhalbjahr besteht die Kost überwiegend aus Gräsern, Kräutern und Wasserpflanzen, wobei in Gebieten mit landwirtschaftlicher Nutzung zusätzlich Mais, Rüben und Getreide gefressen werden.
Im Winterhalbjahr dagegen stellt sich der Biber auf die Rinde und Zweige der stehenden oder von ihm gefällten Bäume um. Er frisst aber auch Rhizome von Wasser- und Uferpflanzen.

  • Sein Lebensraum

Der Biber ist ein semiaquatisches Säugetier, d.h. sein Lebensraum sind fließende (Bäche, Flüsse etc.) und stehende Gewässer (z.B. Seen) sowie deren Uferbereiche. Sein Körperbau passte sich dem Leben im und am Wasser ausgezeichnet an. So dient im Wasser die Kelle als Steuer und Antriebsruder, zwischen den Zehen an den Hinterbeinen sind Schwimmhäute und durch eine sehr effiziente Ausnutzung des eingeatmeten Sauerstoffes kann er bis zu 20 Minuten lang tauchen.

  • Seine Baukunst

Biber gelten als wahre Baumeister in der Natur. In einem Revier befinden sich in der Regel zwei bis vier Wohnbaue unterschiedlichster Form: vom einfachen Erdbau über den Mittel- und Hochbau (oben mit Holz gearbeitet) bis hin zur klassischen Biberburg, die nicht selten vollständig von Wasser umgeben ist. Daneben werden Fluchtröhren, Freßröhren und sogar Spielröhren angelegt. Biber sind in puncto Wärmedämmung so clever, dass sie ihre Bauten mit Holzdecke im Winter sogar mit Lehm isolieren, den sie im Sommer dann wieder abtragen.

Die fleißigen Nagetiere sind aber vor allem bekannt für ihr großen Dämme, die sie zum Teil weit über 100 Meter lang bauen. Diese sollen bezwecken, dass der Wasserstand auf ein Niveau angehoben wird, um die Eingänge der Bauten übers ganze Jahr unter Wasser zu halten. Somit sind Biber besser geschützt vor Feinden und kalter Winterluft. Sie bauen jedoch nur dort Dämme, wo der Wasserstand nicht kontinuierlich hoch genug ist.

  • Sein Schutz

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V. setzt sich schon seit Jahrzehnten tatkräftig ein für die wichtigen Lebensgrundlagen des Bibers. Was mit dem Geld konkret geschieht: Es dient vorrangig dem Ankauf schutzwürdiger Gebiete im Auenbereich der Flüsse sowie der Sicherung von Nahrungsflächen. Dafür hat der "moderne" Biber ein eigenes Bankkonto bekommen:

  • Bank für Sozialwirtschaft
    Kennwort "Biber"
    BLZ: 700 205 00
    Spendenkonto: 88 44 000.

Diese Seite wurde mit freundlicher Unterstützung der unten aufgeführten Institutionen erstellt. Hier erhalten Sie auch weitere ausführliche Informationen rund um den Biber:

  • Bayerisches Landesamt für Umweltschutz
    Rosenkavalierplatz 3
    81925 München
    Tel.: 089/92 14 00
  • Bund Naturschutz in Bayern e.V.
    Bauernfeindstraße 23
    90471 Nürnberg
    Tel.: 09 11/81 87 80

 

 

 

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